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Felix Przesdzink, M.Sc.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Doktorand)

© Biologiedidaktik Osnabrück

Kontakinformationen

Universität Osnabrück
Biologiedidaktik
Barbarastr. 11, Gebäude 35

Raum: 35/135b

Telefon: +49 (0) 541-969-3449

fprzesdzink[at]...

Sprechzeiten: Nach Vereinbarung

Research-Gate

 

 

 

 

 

Im Anschluss an mein Biologiestudium im 1-fach Bachelor und Master, arbeite ich seit Februar 2021 als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Biologiedidaktik Osnabrück. Im Rahmen meiner Forschungsprojekte interessiere ich mich für die Interaktionen zwischen Stakeholdern des regionalen Naturschutzes. Das heißt, ich untersuche Informationsaustausch, Kooperationen und Konflikte zwischen im Naturschutz aktiven WissenschaftlerInnen, Behörden und Vereinen, sowie land- und forstwirtschaftlichen Interessensgruppen, Jagd- und Fischereivereinen und weiteren Akteuren.


Mein Ziel ist, diese Interaktionen zu „optimieren“. Das heißt, Informationsaustausch und Kooperationen zu fördern, wo sie besonders sinnvoll sind und Konflikte nach Möglichkeit abzubauen. Dazu bediene ich mich der sozialen Netzwerkanalyse und der Stakeholderanalyse, um den „Status Quo“ des Natuschutznetzwerkes der Region Osnabrück zu analysieren. Anschließend versuche ich, mithilfe einer Online-Stakeholder Plattform, Vernetzungs-Beratungen und -Veranstaltungen das regionale Netzwerk und damit den regionalen Naturschutz effizienter zu gestalten.

 

Meine Hauptforschungsgebiet ist:

"Netweave" - Aufbau einer regionalen Stakeholder-Datenbank zur effizienten Vernetzung im Umweltschutzsektor

Das Ziel von Netweave ist die Sammlung von Daten über Umweltakteure (Behörden, Naturschutz- und Landnutzungsverbände, Forschungsgruppen) in der Region Osnabrück, um eine Stakeholder-Datenbank zu erstellen. Diese dient als Grundlage für Netzwerkinterventionen und Vernetzungsempfehlungen zur Optimierung der Zusammenarbeit der Akteure (Przesdzink et al., 2022). Da die Akteure nur begrenzte zeitliche und personelle Möglichkeiten haben, sich selbst mit Vernetzung und Konfliktlösung zu beschäftigen (Bode et al., 2011; Luyet et al., 2012), fördert die Datenbank die projektbezogene Verknüpfung einer Vielzahl von Akteuren durch einen zentralen Vernetzungsakteur, nämlich Netweave. Netweave kartiert Ressourcen, Kompetenzen und entsprechende Bedarfe der regionalen Akteure und zielt darauf ab, diese Bedarfe durch individuelle Vernetzung von Stakeholdern mit einem Ressourcenbedarf mit Stakeholdern, die über die entsprechende Ressource / Kompetenz verfügen, zu decken. Auf diese Weise können sowohl die Akteure als auch die regionalen Verwaltungen Anfragen stellen, wenn sie eine Ressource benötigen oder Informationen darüber suchen, welche Akteure in ein Projekt eingebunden werden sollen. Netweave kann also potenzielle Kooperationspartner nach deren Stärken, Ressourcen und Eigenschaften im Sinne eines effektiven Ressourcenmanagement (Crona & Bodin, 2006) auswählen und ehemals isolierte Akteure strategisch verbinden. Es wirkt wie ein Netzwerkweber, der aktiv neuen Interaktionen schafft. Um die entstehenden Kooperationen bestmöglich hinsichtlich ihrer zu erwartenden Effektivität und möglichen Konfliktpotentialen einschätzen zu können, werden weiterhin Daten zu Organisationskulturen (OCAI - Cameron & Quinn, 2011) und Umweltanschauungen (NEP - Dunlap et al., 2000) der Stakeholder erhoben.

In dem Bestreben, den Nutzen des Forschungsprojektes über die Region Osnabrück hinaus zu erweitern, will Netweave einen allgemeingültigen methodischen Ansatz für den Aufbau und die Implementierung regionaler Stakeholder-Datenbanken entwickeln. 

 

Darüber hinaus interessieren mich folgende speziellere Themengebiete:

Analyse und Optimierung regionaler Stakeholder Netzwerke im Naturschutzbereich

Viele Naturschutzprojekte scheitern nicht primär an fehlendem Wissen über die Bedrohung von Ökosystemen oder über tragfähige Schutzkonzepte, sondern am mangelnden Wissenstransfer in effektive Maßnahmen sowie an Landnutzungskonflikten, z.B. mit landwirtschaftlichen Akteuren (Guerrero et al., 2013; Knight et al., 2006). Daher kann eine Verstärkung von Informationsaustausch und Zusammenarbeit zwischen theorie- und praxisorientierten Naturschutzakteuren sowie zwischen Naturschutzakteuren, Ressourcennutzergruppen und Behörden die Effektivität und Akzeptanz von Naturschutzvorhaben erhöhen. Nachhaltige und in der Breite tragbare Nutzungskonzepte für Umweltressourcen müssen von möglichst allen Stakeholdern gemeinsam erarbeitet werden.

Betrachtet man die Interaktionen zwischen Stakeholdern des regionalen Naturschutzes als soziale Netzwerke, kann die Soziale Netzwerkanalyse helfen, strukturelle Schwachstellen in diesen Netzwerken zu identifizieren (Mills et al., 2014; Vance-Borland & Holley, 2011). Die Stakeholderanalyse kann zusätzlich komplementäre Eigenschaften der einzelnen Stakeholder identifizierten und aufzeigen, zwischen welchen von ihnen Informationsaustausch und Zusammenarbeit am ehesten zu forcieren sind (Prell et al., 2009; Reed et al., 2009). Auf dieser Grundlage kann eine „Optimierung“ regionaler Stakeholder Netzwerke angegangen werden, wie wir es in diesem Forschungsschwerpunkt in der Region Osnabrück exemplarisch versuchen wollen.

 

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