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Biodiversität

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Biodiversität beschreibt die Variabilität zwischen allen Arten lebender Organismen an Land, im Meer und in der Luft (United Nations, 1992). Insgesamt ist die Biodiversität dabei auf drei Ebenen bezogen: Auf die genetische Diversität, Diversität der Individuen und die Diversität der Ökosysteme. Ein hohes Maß an Biodiversität ist dabei förderlich für die Stabilität von Ökosystemen (Estes et al., 2011).

Entgegen dieser Wichtigkeit ist die Biodiversität derzeit vor allem durch menschliche Aktivitäten bedroht (Tilman et al., 2017), und ihr Verlust eines der dringensten Umweltprobleme der Menschheit (Steffen et al., 2015). Aus dieser Gemengelage ergibt sich ein eindeutiger Bildungsauftrag, dieses Thema im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Biologieunterricht zu integrieren (van Weelie & Wals, 2002).

Doch stellt ebendiese Integration des Themas große Anforderungen an den Biologieunterricht (Menzel & Bögeholz, 2009). Wie verstehen Lernende und Lehrende das Thema Biodiversität? Wie kann ein tiefgehendes Verständnis weiterentwickelt werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich dieser Forschungsbereich.

 

Übersicht über beispielhafte Ergebnisse bisheriger Studien unserer Abteilung:

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Mensch-Natur-Beziehungen junger Menschen

Eine Vielzahl von Studien identifizierte die Mensch-Natur-Beziehung als eine wichtige Determinante für umweltfreundliche Verhaltensweisen, wie z.B. Biodiversitätsschutz. Diese Zusammenhänge sind jedoch für junge Menschen im interkulturellen Vergleich bisher weitestgehend unerforscht. Mit Blick auf Implikationen für die Unterrichtsgestaltung, wurde daher die Mensch-Natur-Beziehung junger Menschen sowie mögliche Einflussfaktoren in Ecuador und Deutschland untersucht.

Durch eine Befragung von 451 ecuadorianischen und 2173 deutschen Schülerinnen und Schülern fanden wir heraus, dass sich die ecuadorianische Stichprobe im Schnitt naturverbundener fühlte als die deutsche. Zudem unterschieden sich die beiden Stichproben in den Gründen für Sorge um die Umwelt und in der Rolle des Geschlechts bei der Erklärung von Naturverbundenheit. Obwohl bei beiden Stichproben die Relevanz von bestimmten Wertedispositionen und Naturkontakt für die Ausbildung von Naturverbundenheit und Umweltbesorgnis gezeigt werden konnte, bilden die bisherigen Ergebnisse eine empirische Grundlage für die Annahme von kulturspezifischen Unterschieden in der Beziehung zwischen Mensch und Natur.

Sowohl die ermittelten Unterschiede als auch die Gemeinsamkeiten gilt es im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung zu beachten. 

  • Dornhoff, M., Sothman, J.-N., Fiebelkorn, F., & Menzel, S. (2019). Nature Relatedness and Environmental Concern of Young People in Ecuador and Germany. Frontiers in Psychology, 10, 1-13. Link

 

Literatur

Estes, J. A., Terborgh, J., Brashares, J. S., Power, M. E., Berger, J., Bond, W. J., . . . Wardle, D. A. (2011). Trophic downgrading of planet Earth. Science, 333(6040), 301–306. Link

Menzel, S., & Bögeholz, S. (2009). The loss of biodiversity as a challenge for sustainable development: How do pupils in Chile and Germany perceive resource dilemmas? Research in Science Education, 39(4), 429–447. Link

Steffen, W., Richardson, K., Rockström, J., Cornell, S. E., Fetzer, I., Bennett, E. M., . . . de Wit, Cynthia A. (2015). Planetary boundaries: Guiding human development on a changing planet. Science, 347(6223), 1-10. Link

Tilman, D., Clark, M., Williams, D. R., Kimmel, K., Polasky, S., & Packer, C. (2017). Future threats to biodiversity and pathways to their prevention. Nature, 546(7656), 73–81. Link

United Nations. (1992). Convention on Biological Diversity. Link

van Weelie, D., & Wals, A. (2002). Making biodiversity meaningful through environmental education. International Journal of Science Education, 24(11), 1143–1156. Link